Förderverein Feuerwehr 1908 e.V.

Über uns

Ausbildung

Bürgerinfos

Ausstattung

Einsätze

Startseite Impressum Sitemap

Rettungswagen für XXL-Patienten

Pressemeldung

Müncheberg (MOZ) Seit Montag verfügt die Gemeinnützige Rettungsdienst Märkisch-Oderland GmbH, Rettungswache Müncheberg, über einen Schwerlast-RTW. Eingesetzt wird er in den Landkreisen MOL, LOS, Frankfurt (Oder) sowie im grenznahen polnischen Territorium. Was tun, wenn der Notfallpatient mehr als 150 Kilo wiegt, durchs Haus, die Treppen hinunter und weiter zum Rettungsauto transportiert werden muss? Anpacken wird für die Rettungssanitäter dabei zum Kraftakt. Ein speziell ausgestatteter Rettungstransportwagen (RTW) soll das ab sofort erleichtern. Ein solches Auto ist Montag am Standort der Rettungswache Müncheberg offiziell in Dienst gestellt worden - eine Investition von 120 000 Euro (ohne medizinische Geräte) in das neue Fahrzeug, das von der Neubrandenburger Fahrtec Systeme GmbH mit einer speziellen Ausrüstung für schwergewichtige Patienten versehen wurde. "Ein Mehraufwand von nur 11 000 Euro", sagte der Werkleiter der Rettungsdienst MOL GmbH Armin Viert zu Übergabe.
Das sei vertretbar. Denn das Anschaffen dieses Schwerlast-RTW ist steigendem Bedarf geschuldet. Es gebe immer mehr Patienten, die mit normalen Rettungsmitteln nicht oder nur unter Schwierigkeiten versorgt werden könnten, sagte Viert. Bei dem Schwerlast-RTW handelt es sich äußerlich um das standardisierte Fahrzeug, das genauso zu "normalen" Einsätzen gefahren wird. Wenn die Regionalleitstelle Oderland in Frankfurt (Oder) besonders schwergewichtige Patienten ankündigt, wird nur noch kurzerhand die Fahrtrage gewechselt, dann ist der RTW einsatzbereit. Denn die Fahrtrage besitzt eine Art Rundum-Reling, die die normale Tragefläche gewissermaßen verbreitert und besser begrenzt. Die langen Griffstangen würden außerdem sowohl das Tragen durch die Einsatzkräfte als auch das Festhalten durch den Patienten selbst verbessern, erläuterte Dr. Stefan Bogatzki, ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes. Der Tragetisch im Inneren, auf den die Fahrtrage über Bodenschienen geschoben und befestigt wird, ist darüber hinaus für eine Dauerhubkraft von bis zu 350 Kilo ausgelegt (sonst 220 bzw. 250). Per Knopfdruck sind die Hydraulikaggregate auch in der Lage, den Tisch in eine Arbeitsposition zu bringen, die der medizinische Notfall verlangt. Dennis Freitag, Vertriebsbeauftragter der Fahrtec Systeme GmbH, zählt auf: "Waagerechte, Kopf-Tieflage beispielsweise für Schockpatienten, Fuß-Tieflage oder sogar schwingend, da der Tisch federnd gelagert ist."

Bei der Standortwahl ist von der zentralen Lage Münchebergs ausgegangen worden, denn der Schwerlast-RTW ist zur Versorgung von Märkisch-Oderland, Oder-Spree, der Stadt Frankfurt (Oder) und auch jenseits der Oder gedacht. "Das passt zusammen", sagte Rettungsdienst-Werkleiter Armin Viert mit Verweis auf die im polnischen Witnica mit EU-Fördermitteln erbaute und ebenfalls grenzüberschreitend angelegte Rettungswache. An dem Punkt drückte Reinhard Eichler, Leiter Bürgerdienste der Stadtverwaltung, seine Besorgnis aus. Was sei mit Müncheberg, wenn der neue RTW nach Polen oder Fürstenwalde gerufen werde? Die Müncheberger First-Responder-Gruppe - dieses Jahr schon zehnmal im Einsatz - könne das kaum abfangen. Dann werde ein RTW von Strausberg geordert, wo zwei Fahrzeuge zur Verfügung stehen, kündigte Armin Viert an. Müncheberg dürfe keineswegs unversorgt bleiben. Während die polnischen Gäste vermutlich im Stau standen, ließen sich der Frankfurter Regionalstellenleiter Carsten Greim und Rettungsdienst-Mitarbeiter aus dem Nachbarkreis Oder-Spree die Vorführung der Neuerwerbung nicht entgehen. Andreas Tscharntke und Mirko Venz: "Wer schwergewichtige Patienten schon mal notfallversorgt hat, der weiß, wie gut es ist, über dieses Fahrzeug zu verfügen."

>>Textquelle:Märkische Oderzeitung